Bundesliga - Boris Vukcevic und die "kleinen Schritte"

Es war nur eine knappe Seite im neuen Stadionmagazin, die bei den Anhängern von 1899 Hoffenheim pure Freude und Erleichterung auslöste. "Eins verspreche ich: Es muss sich niemand mehr Sorgen machen. Mir geht es immer besser", steht dort geschrieben - es sind die ersten Worte, die der im September 2012 schwer verunglückte Bundesliga-Profi Boris Vukcevic direkt an seine Fans richtet.

SID
Bundesliga - Boris Vukcevic und die "kleinen Schritte"
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Knapp ein Jahr nach seinem schweren Autounfall, der die Bundesliga für einen Moment still stehen ließ, befindet sich der 23-Jährige auf dem Weg der Besserung - der Weg zurück bleibt aber lang und beschwerlich. "Noch", sagt er, sei die Zeit nicht reif: "Ich muss immer noch vieles verarbeiten, dazu kommen die anstrengenden Reha-Maßnahmen. Die Behandlungen und Übungen für meinen Bewegungsapparat sind sehr anstrengend, und es gibt Phasen, in denen es nur schwer voran geht."

Es sind die "kleinen Schritte", die der hochveranlagte U21-Nationalspieler geht, die er gehen muss, nach sieben Wochen im Koma und Monaten in einer privaten Rehabilitationsklinik, die er inzwischen verlassen konnte. "Ich bin ehrgeizig und lasse mich nicht unterkriegen. Meine Eltern sind mir dabei eine große Stütze. Ich bin ihnen unendlich dankbar", sagte der Deutsch-Kroate, der von seinem Klub wie selbstverständlich auf der offiziellen Kaderliste für die Deutsche Fußball Liga (DFL) gemeldet wurde. Vukcevics Nummer 7 ist in Hoffenheim allgegenwärtig.

"Eine große Hilfe"

Nach jenem schwarzen 28. September, der den Fußball in den Hintergrund rückte, verging in der Sinsheimer Arena kein Spiel ohne enormen Zuspruch für den jungen Publikumsliebling, der in einem Heidelberger Klinikum lange mit dem Tod gerungen hat. Mit überlebensgroßen Fotos, Spruchbändern und Sprechchören erinnerten die Fans an ihren Boris.

"Die Unterstützung der Fans ist für mich eine große Hilfe. Ich weiß das zu schätzen und möchte mich am liebsten bei jedem einzeln bedanken, der in der schweren Zeit an mich gedacht hat", sagte Vukcevic: "Ich bin auch sicher, dass die Fans einen großen Anteil am Klassenerhalt der TSG hatten."

"Ich hätte heulen können"

Den Klassenerhalt, der nach einer Horror-Saison erst in der Relegation gegen den 1. FC Kaiserslautern perfekt gemacht wurde, erlebte der Fußballer im Krankenbett. "Ich hätte heulen können vor Freude. Das habe ich, glaube ich, auch", sagte er: "Eine wahnsinnig schwere und unglückliche Saison, und dann so ein tolles Ende." Trainer Markus Gisdol, der Retter, habe mit dem Team "Unglaubliches" erreicht.

Für die kommenden Monate wünscht Vukcevic seinen "Jungs" eine "sorgenfreie Saison". Und er hofft, "dass ich auch bald mal selbst die Mannschaft besuchen und mich bei jedem einzelnen bedanken kann". Auf dem Trainingsgelände im Kraichgau, da kann sich Vukcevic sicher sein, hoffen sie das auch.

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