Tour de France - Kein Tag wie jeder andere (4)

Die Geschichte der Tour steckt voller Highlights, Dramen, Tiefpunkte: Dabei muss man gar nicht ewig in den Geschichtsbüchern zurückblättern. Wir blicken in unserer täglichen Serie zurück auf besondere Momente, die sich exakt heute jähren und deren Bilder uns oft noch vor Augen sind - und auf spezielle Tour-Höhepunkte aus deutscher Sicht.

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Tour de France - Kein Tag wie jeder andere (4)
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Thor Hushovd, Tour 2006

Der 2. Juli – kein Tag wie jeder andere:

Der turbulente Auftakt der Tour 2006 war ja hier schon mehrfach Thema – am 2. Juli sorgt die 1. Etappe mit Start und Ziel in Straßburg für Schlagzeilen abseits des Dopings. Dabei ist der größte Aufreger der blutige Zwischenfall im Zielsprint: Prolog-Sieger Thor Hushovd mischt auf der Zielgeraden mit Vollgas mit, denn damals gibt es noch Zeitgutschriften bei der Tour - und der Norweger hat sein Gelbes Trikot unterwegs "virtuell" schon verloren (s.u.).

Wenige Meter vor dem Ziel dann der Schock: der Norweger knallt bei Höchstgeschwindigkeit im Sprint entlang der Absperrung gegen eine der grünen Papphände, mit denen die Fans dort den Fahrern zujubeln. Folge: Eine tiefe Wunde am Oberarm, viel Blut überall und ein großer Schock für Hushovd (der Neunter im Sprint wird) und alle anderen. Zum Glück sind die Verletzungen des Stars von Credit Agricole nicht allzu schlimm, mit einem Verband tritt er am nächsten Tag wieder an.

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Sponsor PMU muss aber die Verteilung seiner beliebten Werbemittel einstellen. Hushovd selbst war übrigens überzeugt, gegen eine Digitalkamera gerauscht zu sein, so hart war der Aufprall…

Der zweite besondere Anlass, sich an diesen 2. Juli zu erinnern, ist der Nachfolger Hushovds im "maillot jaune": Denn für George Hincapie lagen Frust und Freude extrem eng zusammen in Straßburg: Im Prolog wurde er hauchdünn um weniger als eine Sekunde geschlagen – doch tags drauf schnappte er sich unterwegs eine Zeitgutschrift, Hushovd verpasste durch das Drama eine mögliche Bonifikation im Ziel: Der US-Amerikaner war am Ziel – erstmals in seiner Karriere schlüpfte er in Gelb. Wie besonders der Tag war, zeigt der Blick auf die historische Dimension: Mit 17 Tour-Starts ist Hincapie ja seit 2011 der Rekordhalter – in Gelb aber steht er in dieser langen Zeit nur einmal auf dem Podium – am 2. Juli.

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Jan Ullrich ist ja bisher Stammgast in unserer Serie gewesen – und auch zum 2. Juli gibt es eine spezielle Geschichte. In den Tour-Auftakt 2005 geht er nach seinem Sturz vor dem Zeitfahren gehandicapt auf die 19 km zur Ile de Noirmoutier. Das erste Duell mit Lance Armstrong endet mit einer einmaligen Demütigung: der Texaner holt unterwegs den eine Minute vor ihm gestarteten Ullrich ein – der jetzt weiß, wie sich Richard Virenque 1997 fühlte, als nach Saint Etienne plötzlich ein Gelbes Trikot an ihm vorbeiflog…

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Zwei andere Deutsche aber sorgten jeweils Jahre früher am 2. Juli für Glanztaten. Über Didi Thuraus grandioses Tour-Debüt 1977 haben wir ja schon gesprochen. Sein Sieg im Prolog war ein Kurzauftritt von wenigen Minuten – doch dass es dem Hessen nicht an Ausdauer mangelte, zeigte er am 2. Juli 1977. Denn schon am dritten Tour-Tag stand die längste Etappe über 253km an, die dazu auch noch durch die Pyrenäen führte. Nach über acht Stunden kam die Spitzengruppe in Pau an – wo Thurau seinen zweiten Sieg feierte.

Die Begeisterung um ihn wurde durch diesen erneuten Coup noch größer – und er sollte das Tour-Fieber in Deutschland noch weiter steigen lassen: Denn seine Zeit in Gelb war noch lange nicht vorbei und auch Tagessiege sollte es noch etliche geben, wie wir noch sehen werden.

Ein Jahr später war es just am 2. Juli dann Klaus-Peter Thaler, der bei der Tour für Furore sorgte. Als einziger deutscher Starter im Rennen, holt er die 3. Etappe vor den Toren von Paris und trug für zwei Tage Gelb.

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Übersicht:

29. Juni - Kein Tag wie jeder andere (1)

30. Juni - Kein Tag wie jeder andere (2)

1. Juli - Kein Tag wie jeder andere (3)

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