WM - Klinsmann unter Beschuss

Vor dem richtungsweisenden WM-Qualifikationsspiel gegen Costa Rica in Commerce City/Colorado sieht die Lage für US-Coach Jürgen Klinsmann nicht gerade rosig aus. Das erste Gruppenspiel ging nach einer 1:0-Führung gegen Honduras noch mit 1:2 verloren, derzeit belegt man den sechsten und somit letzten Platz.

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WM - Klinsmann unter Beschuss
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Klinsmann denkt über US-Staatsbürgerschaft nach

Dies mag nach nur einer gespielten Partie nicht viel heißen, sollten die US-Kicker aber die Begegnung am Freitagabend (Ortszeit Colorado) gegen Costa Rica verlieren, könnte es eng werden für den Wahl-Amerikaner auf der Trainerbank.

"Wir haben eine große Aufgabe"

Noch ist dem 48-Jährigen das Lachen nicht vergangen. Vor dem "Must-Win"-Spiel gegen "Los Ticos" und dem Duell gegen den großen Erzrivalen Mexiko ist er so optimistisch wie eh und je.

"Wir haben eine große Aufgabe vor uns, aber sind zuversichtlich, dass unsere Mannschaft diese bewältigen wird", sagte er zur Ausgangssituation vor den zwei wichtigen Begegnungen und fügte hinzu: "Wir haben zwar einige Verletzte, das bietet aber für die Spieler in der zweiten Reihe die Möglichkeit, sich in den Vordergrund zu spielen."

Auch bei seinem Amtsantritt vor 19 Monaten war er ähnlich motiviert. "Ich sehe diesen Job als große Gelegenheit, die Mannschaft an die Top 15 der Welt heranzubringen. Ich kann es schaffen, habe Wissen und das nötige Netzwerk an Leuten", so Klinsmann. Doch der anfängliche Optimismus, den der Schwabe in das Team einbrachte, ist bei vielen Spielern schon verflogen.

Diskussion um Führungsstil

Wie "Sporting News Online" berichtet, äußerten sich nun 22 Profis über den Führungsstil des deutschen Trainers. Namentlich werden die Spieler nicht genannt, es heißt nur, dass elf dieser Akteure Nationalspieler seien oder zumindest Beziehungen zum US-Team hätten. Die Anderen seien Profis der Major League Soccer oder verdienen ihren Lebensunterhalt in ausländischen Ligen.

Diesen Aussagen zufolge, gäbe es tiefe Risse innerhalb des Teams. "Das Vertrauen und der Glaube an Klinsmann schwindet", wird ein Spieler zitiert. "Wir tun all' dieses Zeug. Ok, es ist wissenschaftlich erwiesen, dass es gut für uns ist. Aber im Endeffekt ist der Ball rund. Die Peles und Maradonas dieser Welt haben all diese Dinge auch nicht getan."

"Er hat Carlos das Herz gebrochen"

Auch die Verbannung des langjährigen Kapitäns Carlos Bocanegra auf die Eratzbank machte den Trainer nicht eben beliebter. Mehrere Quellen besagen, dass Klinsmann nach der 1:2-Niederlage im ersten WM-Qualifikationsspiel gegen Honduras an Bocanegra appellierte, er solle ihn bei der folgenden Pressekonferenz unterstützen.

Dies stieß auf Empörung im Team. "Er hat Carlos bereits das Herz gebrochen. Warum sticht er zu und dreht das Messer dann noch einmal herum?", wird eine Quelle zitiert. Rückendeckung sieht anders aus.

Fraglich ist auch, ob Klinsmann im Fall einer Niederlage Rückendeckung vom Verband erhält...

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